Von der Gründung

In der Gemeinde Pretzschendorf war Fasching bis 1970 eine Sache der Kinder und Wirte.

Nach der Neueröffnung des Kulturhauses im Jahr 1971 trat von 1972 bis 1976 der Elferrat der Sparte der Kleintierzüchter aus Colmnitz mit dem Motto: „Putt, Putt, Putt ein Ei“ auf.

Am 07.09.1976 trafen sich Erika Kaden, Werner Berndt (Siedl.), Werner Berndt (Eng.), Dietrich Glaser und Rudolf Starke im Kulturhaus. Dort wurde beschlossen, einen eigenen Faschingsclub zu gründen. Sie waren sich alle einig, keine Büttenrede zu halten, sondern ein freies Programm nach Motto zu gestalten.

Gründungsmitglieder und ihre Aufgaben:

Erika Kaden:

Präsidentin / Gesamtleitung

Werner Berndt (Siedl.):

Materialbeschaffung und Bau

Werner Berndt (Eng.):

Malerei

Rudolf Starke:

Dekoration

Dietrich Glaser:

Gestaltung

Von 1976 bis 1983 wurde der Fasching im Februar unter verschiedenen Mottos gefeiert.

Im November 1983 gab es das erste Mal einen Faschingsball, was seitdem zur Tradition wurde.

Bis zur Wende 1989 wurden die Texte der Programmeinlagen stark kontrolliert, doch immer wieder gab es Wege und Möglichkeiten trotz alledem recht staatskritisch und humorvoll das Publikum zu verzaubern.

Doch nach der Wende war plötzlich alles möglich und auch der Faschingsclub Pretzschendorf war im Umbruch.

Der FCP wurde als eingetragener Verein mit Satzung, Elferrat und Präsidenten neu strukturiert. Sven Pribul war der erste Präsident und führte den Verein bis 1994.

Von 1994 bis 1997 war Bert Müller Präsident des FCP und seit 1997 wird der FCP durch unseren „El Präsidente“ Falk Müller geführt.

Im Jahr 1997 hat der Faschingsclub im Rahmen des Dorffestes sein 20 Jähriges Jubiläum gefeiert.

Von 1997 bis 2000 hatte der Verein immer mehr unter sinkenden Besucherzahlen zu leiden und war finanziell am Ende.

Zu dieser Zeit wurde auch noch das Kulturhaus geschlossen, da der letzte Wirt Insolvenz anmelden musste.

Nach einer Kriesensitzung des FCP waren sich alle ganz schnell einig und wir entschieden uns, ab sofort alles selbst in die Hand zu nehmen.

Und so wurde der FCP nicht nur zum Veranstalter sondern machte vom Einlass über die Garderobe, die komplette Gastronomie bis zum Programm und der Reinigung alles selbst.

So wurde aus dem FCP ein kleines Unternehmen, welches sich durch harte Arbeit selbst finanziert und seit dieser Zeit vieles verändern konnte.

Die finanziellen Möglichkeiten erlaubten uns wieder, mehr in Dekoration, Kostüme sowie eigene Technik zu investieren.

Eine unserer besten Entscheidungen war es, dass wir festgelegt haben, zu unseren Veranstaltungen gemeinsam hart zu arbeiten und dann auch gemeinsam zu feiern.

Die Belohnung für unsere Arbeit ist die jährliche Ausfahrt oder ein Gartenfest, welches wir unter einem besonderen Motto durchführen.

In den Jahren 1990 bis 2000 haben wir uns jedes Jahr zu dem Karnevalistischen Fußballturnier in Rechenberg mit den Faschingsvereinen aus dem oberen Erzgebirge getroffen und dort mit lustigen Kostümen, viel Spaß und Alkohol um den letzten Platz gekämpft. Am Abend gab es dann eine Party im Festzelt bei dem die Faschingsvereine ihre besten Sketche und Tänze zur Schau stellten.

Für August 2002 planten wir unser 25 jähriges Jubiläum, welches in Verbindung mit den Pretzschendorfer Markttagen mit vielen befreundeten Faschingsclubs gefeiert werden sollte. Doch daraus sollte nichts werden, denn durch das Jarhunderhochwasser welches auch unsere Gemeinde hart getroffen hatte, war niemandem zum Feiern zu Mute und somit fiel unser Jubiläum im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Nach dem sich der erste Schock gelegt hatte und das Ausmaß der Verwüstung und des Leides klar wurde, setzte eine Welle der Hilfsbereitschaft ein und das brachte einige Mitglieder des FCP zu der Idee, eine Benefizveranstaltung zu organisieren und mit den Erlösen den Opfern des Hochwassers zu helfen.

In wenigen Tagen organisierten wir, mit Hilfe der Gemeinde, einen Spendenaufruf für eine Tombola und sprachen mit den Blaskapellen der Gemeinde, dass sie die musikalische Umrahmung mit gestalten.

Innerhalb kürzester Zeit gingen unglaublich viele Sachspenden bei der Gemeinde ein, die eine riesige Tombola im Wert von mehreren Tausend Euro möglich machte.

Am 07.09.2002 feierten wir mit vielen Betroffenen und Gästen und konnten aus der Tombola, der Versteigerung von Fluti, einem Jungen Kalb, und den Erlösen aus dem Getränke- und Essenverkauf eine Spendensumme von 7.452,- Euro sammeln und dem Gemeinderat übergeben, um den Menschen zu helfen, die am meisten vom Hochwasser betroffen waren.


Die Faschingskanone

Im Jahr 1993 wurde unsere 1. Faschingskanone von Pretzschendorf eingeweiht und in den darauf folgenden Jahren zu vielen Faschingsauftakten und zu Umzügen präsentiert.

Im Jahr 2000 zerbrach das Kanonenrohr und seit dieser Zeit entwickelte sich mehr und mehr die Idee, eine neue, schönere und haltbare Kanone zu bauen.

Anfang 2003 wurde das Holz für die neue Lafette aus einem umgebrochenen Baum gesägt.
Im Februar 2004 legte der Kanonengießer Uwe Henkel eine Schablone nach Muster einer Kanone von der Festung Königstein dem Bauteam vor.

Jetzt kamen die Arbeiten richtig in Fahrt, neben dem Guss der Kanone wurde am Abschussmechanismus und an der Lafette sowie am Vorwagen gleichzeitig gebaut.

In dieser Zeit gab es ständig neue komplizierte Probleme, für die eine Lösung gefunden werden musste. Doch mit jedem Detail steigerte sich die Begeisterung über dieses Wunderwerk der Technik und Geschichte. Bei den historischen Schmiedearbeiten konnte sich der Schmiedemeister Horst Förster kreativ verwirklichen.

Um dem Kanonenrohr noch eine vollendete Lackierung zu geben, wurde in der Lackiererei der Firma Baumgart ein einmaliges Farbbild kreiert. Was kaum zu unterscheiden ist, zwischen dem Original der Festung Königstein und dieser Kanone. Auf der Kanone wurden das Wappen des Pretzschendorfer Faschingsclubs und die Sächsische Krone als Relief eingearbeitet.

Unsere Uniformschneiderin Carla Pribul sorgte dafür, dass die Erbauer auch in traditionellen Uniformen die Kanone vorführen Können.

Technische Daten: G G V - Ganz Geheime Verschlusssache
Arbeitsstunden: über 1731 Stunden
Planungszeit: 37 Monate


30 Jahre FCP

Im Jahr 2007 feierten wir gemeinsam mit anderen Vereinen aus Pretzschendorf unser 30 jähriges Jubiläum und hatten neun Faschingsvereine aus unserer Umgebung zu Gast, die gemeinsam mit einer tollen Band für einen sehr kurzweiligen Abend sorgten.

Seit über 15 Jahren ist es für den FCP zur Tradition geworden am 11.11. um 11:11 Uhr das Gemeindeamt zu stürmen und uns für die 5. Jahreszeit den Schlüssel von der Bürgermeisterin / dem Bürgermeister übergeben zu lassen. Doch der Faschingsclub hat immer wieder neue Überraschung und Aufgaben für die Mitarbeiter der Gemeinde im Gepäck.

In den Letzten 6 Jahren konnten wir auch wieder steigende Besucherzahlen feststellen.

So haben wir uns viel Mühe bei der Dekoration gegeben und natürlich auch viel Zeit und gute Ideen in unsere Programme investiert.

Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit Mario Seidel, unserm Mann mit der Technik, wurden so manche Sachen möglich an die wir vorher nie gedacht haben.

In einer Gemeinschaftsaktionen mit dem DRK Blutspendedienst Sachsen, bei dem pro Spende eine Freikarte für unsere Veranstaltung vergeben wurde, konnten wir unsern Fasching sogar noch mit einem guten Zweck verbinden.

Der Faschingsclub Pretzschendorf engagiert sich in unsrer Gemeinde bei der Gestaltung des Neptunfest am Freibad Pretzschendorf, sorgt für gute Stimmung zu den Markttagen und ist natürlich auch zur Stelle wenn in der Schule oder im Kindergarten mal ein Weihnachtsmann gebraucht wird.

Besonderen Zuspruch findet auch die jährliche Weihnachtsdisco die immer am zweiten Weihnachtsfeiertag von uns organisiert und durchgeführt wird.

Im November 2013 entschied sich der Faschingsclub im Präsidentenrat Freital Mitglied zu werden und damit verbunden ist alle zwei Jahre der Karnevalsumzug in Freital, die jährliche Saalrundfahrt, Kostümverleih unter den Vereinen und der freier Eintritt bei den Mitgliedsvereinen.

Nun können wir sagen, dass nach über 5 Jahren Zusammenarbeit mit den Karnevalsvereinen der Region nicht nur ein reger Erfahrungsaustausch sondern auch noch gute Freundschaften entstanden sind.


40 Jahre FCP

Im Sommer 2017 war es wieder soweit und wir konnten in einem großen Festzelt auf dem Dorfplatz unser 40 Jähriges Vereinsjubiläum mit 14 befreundeten Faschingsvereinen, ehemaligen Vereinsmitgliedern und vielen Gästen zusammen feiern.

Dabei wurde durch den Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig unserem Präsidenten Falk Müller für seine 20 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Vereinsvorstand und Präsident gedankt und ein Orden, Urkunde sowie eine neue Präsidentenkappe überreicht.

Eine wirklich legendäre Party von der noch alle Teilnehmer gerne sprechen.

Zum Faschingsauftakt 2018 sind wir dann noch einen Schritt weiter gegangen und haben zum ersten mal mit den Karnevalsvereinen aus Ruppendorf und Höckendorf, die alle zu unserer neuen Gemeinde Klingenberg gehören, zusammen eine Schlüsselübergabe im Erbgericht Ruppendorf veranstaltet. Der absolute Höhepunkt war ohne Zweifel der gemeinsame Gardetanz der drei Funkengarden unserer Vereine.

So konnten wir weitere Faschingsfreunde finden mit denn wir gerne zusammen feiern.

Im März 2019 feierten wir das erst mal nach über 20 Jahren wieder einen Rosenmontag und haben dazu alle Junggebliebenen Rentner, befreundete Faschingsvereine und Gäste eingeladen.

Der Faschingsclub engagiert sich seit vielen Jahren für die Erhaltung des Kulturhauses Pretzschendorf. Gemeinsam mit der Gemeinde, der Kultur- und Marktvereinigung sowie vielen anderen Vereinen und Privatleuten soll diese Mammutaufgabe in den nächsten Jahren weiter unterstützt und vorangetrieben werden, damit dieses Traditionshaus nicht geschlossen werden muss.

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